Kantonsspital Obwalden • Brünigstrasse 181 • CH-6060 Sarnen • Telefon +41 41 666 44 22 • E-Mail info@ksow.ch

 

Freiwilligendienst

KSOW, 30.01.2017

Seit zweieinhalb Jahren im Dienste der Mitmenschen

Ein Spitalaufenthalt ist für Patientinnen und Patienten, aber auch für deren Familien und Freunde eine belastende Situation. Mitunter reichen Kraft- oder Zeitressourcen von Angehörigen, Bezugspersonen und Pflegepersonen nicht aus, dem Bedürfnis nach Zuwendung nachzukommen.

An Schweizer Spitälern arbeiten Hunderte von freiwilligen Helfern. Diese Menschen stellen ihre Zeit, ihre Lebenserfahrung, ihre sozialen Kompetenzen zugunsten der Patientinnen und Patienten unentgeltlich zur Verfügung. Durch den Freiwilligendienst erwerben sie im Gegenzug für sich neue Kompetenzen und Erfahrungen.
Bernadette Maria Kloter ist eine der sechs Freiwilligen, die sich seit mehr als zwei Jahren am Kantonsspital Obwalden in diesem Dienst engagieren. Über ihre bisherigen Erfahrungen und Begegnungen weiss sie Interessantes zu berichten:

„Bei jedem Besuch, den ich gemacht habe, bin ich willkommen gewesen – jeder Besuch hat mir aber auch Freude gemacht“ fasst sie ihre Erfahrungen zusammen. Sie lässt sich jeweils auf Gespräche ein und baut damit Vertrauen auf. Als Vorbereitung meldet sich Frau Kloter im Stationsbüro und erhält dort ein paar Informationen über die Befindlichkeit des Patienten. Ein Besuch dauert zwischen zwei und drei Stunden. Mit vielen Patienten spaziert sie zuerst den Gang entlang oder in den Park. In der Bewegung kann man sich gegenseitig entdecken und die Basis für Gespräche legen.

Diese Gespräche bleiben manchmal an der Oberfläche, vielmals gehen sie aber auch in die Tiefe: Ein Patient hat ihr seine Angst vor der drohenden Entmündigung anvertraut und sie spontan in seine Lebensgeschichte einbezogen. Ein anderes Mal war ein Patient schwer trauernd und fast nicht ansprechbar. Hier hat ihr ihre feine, einfühlsame und ‚gspürige‘ Art geholfen, einen Zugang zu finden. Ganz besonders in Erinnerung sind ihr zwei Personen: Ein sehr leidender Patient auf der IMC bat sie, ihm aus seinen Lieblingsbüchern, die er bei sich hatte, vorzulesen. Er hat sie auch nach ihrem Beruf gefragt und war sehr erfreut zu hören, dass sie Bibliothekarin ist. Er hat Literaturwissenschaften studiert und tausende Bücher bei sich zuhause. Er war während des Besuches sichtbar erleichtert und ganz bei seinen Büchern.
Die zweite Person war eine Schwester des Bethanienheims. Frau Kloter hat die Nonne im Rollstuhl in die Spitalkapelle begleitet. Sie war etwas eingeschüchtert von der Tatsache, dass sich nur fünf Personen (inkl. Priester) in der Kirche befanden, und zudem in der vordersten Reihe. Aber die Schwester zwinkerte ihr ein paar Mal zu und lächelte freundlich. Sie wollte an diesem Tag einfach "dem Herrgott danken, dass sie ihre schwere Krankheit und die notwendige Operation gut überstanden hatte."

Weitere Informationen und Kontakt
Der Einsatz des Freiwilligendienstes findet grundsätzlich nur auf Wunsch der Patientinnen und Patienten oder nach Rücksprache mit den Angehörigen statt.
Die Freiwilligen stehen bei Bedarf tagsüber zur Verfügung. Sie unterstehen der Schweigepflicht. Falls Sie an diesem Dienst interessiert sind, wenden Sie sich bitte an Ruth Grab, Stv. Leitung Pflege Frauenklinik.
Telefon 041 666 42 00
E-Mail ruth.grab@ksow.ch

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