Kantonsspital Obwalden • Brünigstrasse 181 • CH-6060 Sarnen • Telefon +41 41 666 44 22 • E-Mail info@ksow.ch

 

Leben mit dem Herzschrittmacher

KSOW, 20.06.2016

LIEBE PATIENTIN LIEBER PATIENT

Nachdem Sie in unserem Spital einen Herzschrittmacher erhalten haben, gilt es Folgendes zu beachten:

– Die SchrittmacherKontrolle und das Abschluss gespräch werden durch Dr. med. Thomas Kaeslin, Chefarzt Klinik Medizin, oder Dr. med. Yves Suter, Leitender Arzt Kardiologie, durchgeführt.
– Der SchrittmacherAusweis wird Ihnen entweder beim Austritt ausgehändigt oder in den nächsten Tagen per Post zugestellt. Den von den Kardiologen erhaltenen Datenausdruck können Sie darin ver sorgen. Tragen Sie den Ausweis immer auf sich und nehmen Sie ihn jeweils auch mit zu den Schrittma cher Kontrollen.
– Das Spital dürfen Sie in Begleitung verlassen. Bitte organisieren Sie Ihren Abholdienst selbständig.
– Sollte die Operationswunde stark durchbluten, suchen Sie bitte die Notfallstation oder den Hausarzt auf.
– Eigene Medikamente können Zuhause nach Verord nung des Hausarztes wieder eingenommen werden.
– Schmerzmittel können Sie als Reservemedikation bei Austritt von der Pflegefachperson verlangen.
– Am 3. Tag nach der Implantation ist der Hausarzt zur Kontrolle der OPWunde aufzusuchen. Am 12. postoperativen Tag werden die Fäden durch den Hausarzt entfernt.
– Zur nächsten Kontrolluntersuchung des Herzschrittmachers werden Sie durch das Spital schriftlich aufgeboten.

SPEZIELLE MASSNAHMEN ZUR SCHONUNG DES IMPLANTATS

Bei der Operation wurde der Herzschrittmacher unter die Haut eingepflanzt und mittels Elektroden mit Ihrem Herzen verbunden. Nachfolgend einige Massnahmen, die die Bewegungen und die Belastung der Schulter auf der operierten Seite betreffen.

Um die Gefahr einer Verlagerung der Elektrode zu vermindern, sollten Sie in den ersten 14 Tagen den Arm nicht über 90° heben und keine schweren Lasten tra gen. Nach 14 Tagen können Sie Ihren Arm wieder frei bewegen und belasten.

Tragen Sie die ersten 2 bis 3 Tage eine Armschlaufe. Sie hilft Ihnen, den Arm zu schonen und trägt zu einer gesicherten Wundheilung bei.

Damit sich die Beweglichkeit Ihres Schultergelenkes während dieser Schonungsphase nicht einschränkt, empfehlen wir Ihnen die folgenden Übungen 2 bis 3 Mal täglich auszuführen. Gehen Sie beim Üben jeweils nur bis zur Schmerzgrenze bzw. bis zum erlaubten Be wegungsausmass.


ÜBUNG 1 // Stellen Sie sich vor eine Wand, legen Sie beide Hände an die Wand und «laufen» Sie mit Ihren Fingern so weit hinauf, bis Ihre Oberarme waagrecht stehen. Jetzt haben Ihre Schultern einen 90° Winkel erreicht.

Wiederholen Sie die Übung 10 Mal.

ÜBUNG 2 // Setzen Sie sich aufrecht hin, verschrän ken Sie die Hände, beugen Sie Ihre Ellbogen im rechten Winkel und bewegen Sie die Arme so weit nach oben, bis Ihre Oberarme waagrecht stehen.

Wiederholen Sie die Übung 10 Mal.

ÜBUNG 3 // Sitzen oder stehen Sie aufrecht, legen Sie beide Ellbogen an Ihren Oberkörper, halten Sie die Ellbogen in einem rechten Winkel gebeugt und drehen Sie beide Unterarme nach aussen.

Wiederholen Sie die Übung 10 Mal.

DIE STÖRBEEINFLUSSUNG VON HERZSCHRITTMACHERN

Die heutigen Herzschrittmacher-Systeme sind gegen externe Störeinflüsse weitgehend geschützt. Nur in seltenen Ausnahmefällen können von Geräten ausgehende elektromagnetische Felder vorübergehende Störungen des Herzschrittmachers verursachen. Der Patient kann dabei Herzklopfen, einen unregelmässigen Puls oder Schwindel verspüren. Sobald das entsprechende Gerät ausgeschaltet wird oder der Patient sich von der Störquelle entfernt, arbeitet der Herzschrittmacher wieder normal.

Im Folgenden werden kurz einige Beispiele von bedenkenlosen und solchen mit Vorsicht zu benützenden Geräten oder medizinischen Behandlungen aufgezählt.

UMGEBUMGSEINFLÜSSE

Folgende Geräte kann ein Schrittmacher- Patient bedenkenlos nutzen:

– Fernseher, Radios, Stereoanlagen oder ähnliche audiovisuelle Anlagen
– Fernbedienungen für Fernseher, Computerspiele
– Computer, Telefax, Kopierer, Drucker
– Haartrockner, Elektrorasierer oder andere elektrische Geräte im Badezimmer
– Waschmaschinen, Staubsauger, Mikrowelle, Geschirrspüler, Elektroherde und ähnliche Haushalts geräte
– Induktionsherde
– Mixer, Toaster, Elektromesser, elektrische Dosen öffner usw.

Bei folgenden Geräten sollte ein Abstand von 10 bis 15 cm eingehalten werden:
– Mobiltelefone
– Funksprechgeräte
– Lötkolben, Entmagnetisierungsgeräte, Geräte mit starken elektrischen Motoren

Bei folgenden Geräten sollte ein Mindestabstand von 50 bis 60 cm eingehalten werden:
– Magnete, Lautsprecher (z.B. in Stereoanlagen)
– Zündspulen in laufenden Motoren (z.B. in Autos)
– Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen und Tisch sägen
– Verbrennungsmotoren mit Zündkerzen (z.B. in Rasenmähern)
– Elektrische Gartengeräte
– Elektrische Decken und Heizkissen
– Antennen von Amateur und CBFunkanlagen mit geringer Leistung
– Fernsteuerungen, z.B. für ferngesteuerte Modellflug zeuge

Folgende Geräte sollten nicht oder erst nach Rücksprache mit der implantierenden Klinik benutzt werden:
– Lichtbogen oder Widerstandsschweissgeräte
– Induktionsöfen
– Elektrische Geräte mit starken elektrischen Feldern
– AmateurHochleistungssender
– Maschinen, die starke Vibrationen erzeugen (Bohrmaschinen etc.)

MEDIZINISCHE THERAPIEN

Folgende medizinische Behandlungen können beden- kenlos durchgeführt werden:
– Röntgenuntersuchungen
– Computertomographien (CT)
– Ultraschall und echokardiographische Untersuchungen
– Übliche Zahnbehandlungen wie z.B. Bohren, UltraschallZahnsteinentfernung

Folgende medizinische Behandlungen sollten nicht oder erst nach Rücksprache mit der implantierenden Klinik durchgeführt werden:
– Lithotripsie (Nierensteinzertrümmerung)
– MagnetresonanzUntersuchung (MRI)
– DiathermieBehandlung
– NovodynBehandlung
– Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
– Elektrokauterisierung
– Hochfrequenz oder Kurzwellentherapie
– Strahlentherapie in unmittelbarer Nähe des Schritt machers

Sicherheitskontrollen am Flughafen oder Diebstahlsicherungsanlagen in Warenhäusern haben keinen Einfluss auf die Schrittmacherfunktion. Allerdings sollte man nicht innerhalb dieser Anlagen stehen bleiben, sondern sie zügig passieren. Allenfalls kann man darauf hinweisen, dass man Schrittmacherträger ist, falls das Metallgehäuse des Schrittmachers einen Alarm auslösen sollte.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung: Während den Bürozeiten:
Sekretariat Dr. Thomas Kaeslin, 041 666 40 58
Ausserhalb der Bürozeiten:
Notfallstation Kantonsspital Obwalden, 041 666 41 20

Herzschrittmacher

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten