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Entstehung und Folgen der Mangelernährung

KSOW, 20.06.2016

MANGELNDE VERSORGUNG // Mangelernährung entsteht, wenn ein Mensch über längere Zeit ungenügend Energie aufnimmt. Energiereich sind Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette. Eine einseitige Ernährung kann auch zu einem bedrohlichen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führen.

WEIT VERBREITET // Studien zeigen, dass Mangelernährung auch in Schweizer Spitälern ein weit verbreitetes Problem darstellt (15 – 20% der Patienten weisen bei Spitaleintritt eine Mangelernährung auf). Mangelernährung kann vielfältige Gründe haben:
– Appetitlosigkeit, ausgelöst durch Krankheit, Medikamente oder Veränderung der geschmacklichen Wahrnehmung
– soziale Isolation
– bei Erkrankungen mit erhöhtem Energiebedarf

SCHWERWIEGENDE FOLGEN // Mangelernährung beeinträchtigt die Funktion praktisch aller Organe. Das Immunsystem wird gestört. Die Infektanfälligkeit steigt. Der Heilungsprozess verlangsamt sich, wodurch sich der Spitalaufenthalt verlängert.

TIPPS FÜR DEN ALLTAG

Einige Anregungen, um den Ernährungszustand positiv
zu beeinflussen:
– mehrmals täglich kleine Mahlzeiten zu sich nehmen:drei Haupt- sowie zwei bis drei Zwischenmahlzeiten
– auf ausgewogene Zusammenstellung mit Getreideprodukten, Obst, Gemüse, Milchprodukten, Fleisch und Fisch achten
– süsse und fettreiche Speisen und Zubereitungsarten geniessen, das liefert viel Energie
– energiereiche Getränke wie Tee mit Zucker oder Honig, Fruchtsäfte, Süssgetränke und Sirup bevorzugen
– Speisen so zubereiten, dass sie gut gekaut werden können
– Speisen eventuell fein schneiden oder mixen

SINNVOLLE FLÜSSIGNAHRUNG // So genannte «Trinknahrung» mit verschiedenen Aromen ist in Apotheken erhältlich. Sie kann die normale Ernährung ergänzen und zu einer gesunden Energie-, Eiweiss-, Vitamin- und Mineralstoffversorgung beitragen. Die meisten Ergänzungsnahrungen werden von der Krankenkasse über die Grundversicherung übernommen, wenn eine Kostengutsprache vorliegt. Wenden Sie sich dazu an ihre Ärztin, ihren Arzt oder an die Ernährungsberatung. Auch ein Multivitaminpräparat kann den Speiseplan sinnvoll ergänzen.

RISIKO ERKENNEN UND HANDELN // Werden Sie bei Verdacht auf Mangelernährung aktiv. So können Sie eine Mangelernährung rechtzeitig verhindern:
– Besuch bei der Hausärztin oder beim Hausarzt, wenn sich der Appetit verschlechtert
– regelmässige Kontrolle des Gewichts, zum Beispiel einmal pro Woche
– bei Fragen, Unsicherheiten oder Problemen
Beratung durch Ärztin oder Arzt, Apotheke oder dipl. Ernährungsberatung HF/FH

Die vorliegende Publikation wurde vom Universitätsspital
Basel verfasst und vom Kantonsspital Obwalden angepasst.

Kontakt:
Ernährungsberatung: 041 666 43 05

Mangelernährung

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